Der Historische Verein Oberndorf bietet für die 3. Klassen der Mohr-Gruber-Volksschule Oberndorf ein umfassendes Schulprojekt zur Orts- und Heimatgeschichte an. Ziel ist es, Kindern die Geschichte Oberndorfs anschaulich, altersgerecht und möglichst praxisnah näherzubringen.

Entwickelt wurde das Projekt von Ursula Ecker und Christine Vogl. Bei Vorträgen, Lehrausgängen und praktischen Stationen wirken Vereinskollegen des Historischen Vereins Oberndorf sowie Mitglieder der Schiffergarde mit.

Geschichte kommt ins Klassenzimmer

Den Auftakt bildet ein zweistündiger Besuch in der Schule. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung Oberndorfs im 19. Jahrhundert. Die Kinder erfahren, welche Bedeutung die Salzach als Verkehrs- und Handelsweg für den Ort hatte und wie die Franzosenkriege, die Trennung von Laufen, die wiederkehrenden Hochwasser sowie die Ortsverlegung das Leben der Bevölkerung prägten. Anschauliches Bildmaterial hilft dabei, diese historischen Veränderungen nachzuvollziehen.

Besonders lebendig wird die Geschichte durch originale Anschauungsobjekte.  Das von Peter Wimmer geschaffene Modell des alten Oberndorf vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in das Ortsbild vor der Verlegung. Erich Vogl und Andreas Margreiter von der Schiffergarde stellen historische Arbeitsgeräte, Modelle und weitere Exponate aus dem Bereich der Schifffahrt vor und berichten über den Zillenbau, das Holzfischen.

Die Schiffergarde gibt Einblicke in die Tradition der Salzachschifffahrt.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist ein historischer Lehrausgang durch Oberndorf. Auf einem rund vierstündigen Rundgang besuchen die Kinder bedeutende Orte der Stadtgeschichte. Die Route führt von der Länderbrücke über den Stille-Nacht-Bezirk und das Franzosenhaus bis in die Altach zum Schopperstadl.

An den einzelnen Stationen werden historische Ereignisse und Entwicklungen direkt vor Ort erklärt. Dadurch erhalten die Schülerinnen und Schüler einen unmittelbaren Zugang zur Vergangenheit und erkennen, wie eng die Geschichte mit dem heutigen Ortsbild verbunden ist.

Geschichte vor Ort erleben: Station des Lehrausgangs durch Oberndorf.

Erlebnisstationen im Schopperstadl

Im Schopperstadl erwartet die Kinder ein abwechslungsreicher Stationsbetrieb, der von der Schiffergarde gestaltet und betreut wird. Dabei erhalten sie Einblicke in traditionelle Handwerks- und Arbeitstechniken rund um die Schifffahrt und den Zillenbau. Verschiedene Mitmachstationen laden dazu ein, selbst aktiv zu werden.

Traditionelle Spiele und eine gemeinsame Jause sorgen für einen gelungenen Abschluss des Ausflugstages und fördern zugleich das Gemeinschaftserlebnis.

Selbst ausprobieren gehört dazu: Handwerkliche Tätigkeiten rund um den Zillenbau.

Schule und Kindergarten einst und heute

Ein weiterer Projektbaustein widmet sich der Entwicklung von Kindergarten und Schule in Oberndorf. Historische Klassenfotos, Schulbücher, Schriftstücke und Alltagsgegenstände vermitteln einen Eindruck davon, wie Lernen und Unterricht früher aussahen.

Die Kinder vergleichen die Lebens- und Lernbedingungen vergangener Generationen mit ihrem eigenen Schulalltag und gewinnen dadurch ein besseres Verständnis für die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte.

Heimatgeschichte lebendig vermittelt

Die Rückmeldungen der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler der Mohr-Gruber-Volksschule fallen durchwegs positiv aus. Besonders geschätzt wird die Verbindung von Vortrag, historischen Objekten, Ortsbegehungen und praktischen Aktivitäten. Durch diese Kombination wird Geschichte nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar erlebbar gemacht.

So lernen die Kinder die Geschichte ihrer Heimatgemeinde nicht nur kennen, sondern erleben sie unmittelbar vor Ort.